Natürlich können nicht ALLE Verwandten zum Familienfest kommen, aber gut zu wissen, dass es da diesen Apotheker in xy gibt, dessen Vorfahren im 16. Jahrhundert in unsere Familie eingeheiratet haben. – In den Stamm der Kirchenreformatoren, die noch mit Luther zusammen am Tisch saßen (siehe unten Punkt 5).

Vor vielen, vielen Jahren begründete meine Uroma aka die (kleine) Oma, aka Edith eine Tradition, die bis auf den heutigen Tag in regelmäßigen Abständen ihre zahlreiche Nachkommenschaft aus den entlegensten Winkeln dieser Erde zusammenbringt: Das Familienfest.

Familienfest, wie spannend, denkt sich der unwissende Außenstehende, man wird gezwungen diese Leute zu treffen, mit denen man halt verwandt ist, man isst, man trinkt im besten Fall, man muss sich unterhalten und hat das dann wieder abgehakt für eine gewisse Zeit. – Ja, bei euch vielleicht. Bei uns nicht.

Sage ich so zu meiner Tante: Man sagt uns ja nach, wir seien eine konservative Generation. Sagt sie so: Na das sind wir doch Alle, schau dich doch mal um, wo sonst gibt’s das denn, dass sich Alle die Zeit nehmen um zum Familienfest zu kommen. – Und es gerne tun. Und da hat sie (wie meist) natürlich recht: „Wann sehen wir uns wieder?“ – „Wer hat als nächstes Geburtstag?“ – „Bis nächstes Jahr dann also!“

Familienfest heißt, dass sich meine Oma, ihre drei Brüder und ihre jeweiligen Kinder und Enkel treffen, um einen ihrer runden Geburtstage zu feiern. – Und mittlerweile auch schon die runden Geburtstage der „Kinder“, seitdem die angefangen haben einer nach dem anderen die magische 50 zu überschreiten.

Folgende Komponenten sind ein MUSS für ein gelungenes Familienfest:

1.     Im Vorfeld muss bereits ausführlich erörtert werden wer wann wie von wo mit wem anreist: „Die Münchner kommen alle einzeln mit dem Auto.“ – „Die Berliner fliegen mit easyjet, aber nicht mit dem gleichen Flug.“ – „Die Dänen fliegen ab Hamburg.“ – „Juliane kommt sogar aus Afrika – und sie bringt John mit!“

2.     Denn: Die Ankündigung „Ich bringe meinen neuen Freund / meine neue Freundin mit (wahlweise noch nicht vorgestellte Ehepartner).“ sollte tatsächlich nur dann erfolgen, wenn „es was ernstes“ ist, denn die Meute diskutiert Neue nicht nur vorab intensiv durch, sondern unterzieht sie auch dem Heiland-Test, der im Prinzip daraus besteht das Fest physisch und psychisch stabil zu überleben.

3.     Das jeweilige Geburtstagskind legt eine Tischordnung fest, die in der dem Abendessen vorangehenden halben Stunde von diversen sich in den Raum schleichenden Personen (ich nenne jetzt keine Namen, aber es sind immer die gleichen) über den Haufen geworfen wird. Die zwei wichtigsten Fragen in diesem Kontext: Wird in der Kinder-Generation die Geschlechtertrennung durchgezogen? Wo verläuft in der Enkel-Generation die Grenze zwischen „Kind“ und „Jugendlicher“?

4.     Buffet.

5.     Wenn (Groß)Onkel Werner (keine Werkstatt!) nicht mindestens eine Rede zum Thema „Familie Heiland, ihre Vorfahren und ihre Verwandten“ hält, dann stimmt irgendwas nicht.

6.     Wenn nicht irgendjemand eine Geschichte aus der gemeinsamen Kindheit meiner Oma und ihrer Brüder erzählt, stimmt auch irgendwas nichts. – Und wenn sie sich einig sind, dann stimmt erst recht irgendwas nicht.

7.     Wichtigster aber unlustigster Spruch: Na, wann gibt’s denn endlich mal wieder Nachwuchs? Wer ist an der Reihe?

8.     Spätestens um elf müssen alle betrunken sein.

9.     Frühstück gibt’s ab halb acht…

10. Zwar versuchen Alle den Anschein aufrecht zu halten, als sei das nun wirklich nicht „schon wieder“ nötig, aber am Ende gibt’s immer noch ein Gruppenfoto.

Und wieso jetzt „Kiffende Zombies“? Da verspricht die Überschrift doch mal wieder mehr, als sie hält!!! – Ich sag nur Badebereich, ich sage Wasserrutsche, ich sage Chlor, ich sage Fotos.

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2 Responses to “HERBSTferien in Grenzach – Tag 72: Kiffende Zombies”

  1. Super – soll ich vielleicht doch das erwähnte Gruppebild auf Facebook legen?

  2. lass gut sein 😉

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