Dec 272010

Ah ah ah ah tschiau. Batz. Ach richtig, da war ja was, es war ja glatt. Fast vergessen. Na jetzt weiß ich’s wieder, und die nächsten paar Wochen wird mich der wunderschöne blaue Fleck am linken Oberschenkel weiterhin daran erinnern.

Und in den wenigen Sekunden, die ich am Boden lag, 10 Meter von der Party weg, die ich eben erst verlassen hatte, mich eilig hochrappelnd, damit niemand, der bei Minus 10 Grad das Verlangen nach frischer Luft verspürt mich da so liegen sieht, war ich einen kurzen Augenblick versucht, meine nächste Geschichte zum Thema Eis – seine Gefahren, seine Stärken und die Hinterhältigkeit seines Daseins – zu verfassen. Aber dann verwarf ich den Gedanken wieder, denn vermutlich hätte es niemanden interessiert. Schade eigentlich. Ich hätte da einiges an Erfahrungen zum Thema beizusteuern. Vielleicht sollte ich die Idee noch nicht ganz verwerfen, immer gut einen Kracher in der Hinterhand zu haben.

Um abzukürzen: Der Rest des Heimweges gestaltete sich ob der gegebenen Umstände dann länger und bedurfte einer größeren Portion an Konzentration, als ich zu dem Zeitpunkt erhofft hatte. Und dann immer wieder, trotz der frühen Stunde, die Autos, die an mir vorbei zuckelten und jedes Mal von einem Hoffen begleitet wurden, es möge doch jemand sein, der mich kennt. Trotz intensiven Nummernschilder-Scannens war’s damit leider nix. Tjoa.

So viel zum Heimweg, auch das ein interessantes Thema, dem in der Literatur viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Jetzt hilft aber alles nichts mehr, ich muss meiner mir selbst auferlegten Pflicht als Chronist des Geschehens nachkommen und werde daher nun zur Tat schreiten: Ein Freund, dem ich am Nachmittag erzählt hatte, welch lang erwartetes Event am Abend stattfinden würde, hatte leichtfertigerweise angenommen wir würden uns in der „Dorfdisco“ treffen. Was er nicht wusste: Nicht einmal dafür hat’s bei uns am Ort gereicht. Es war daher also große Party beim TC. TC Grenzach-Wyhlen btw. nicht TC Roche, da fand gleichzeitig eine Taufe statt – für alle, die es auf Anhieb zur richtigen Location geschafft haben, möchte ich diese Info nachliefern, die mir aus sicherer Quelle zugespielt wurde.

Denn, ich werde heute aus gegebenem Anlass darauf verzichten unautorisierte Zitate zu verwenden bzw. generell Namen zu nennen. Mit einer Ausnahme: -> * Stefan Heiler * <- hat darum gebeten mit Pfeilen, Sternen und in Fettdruck namentlich genannt zu werden. Er hat dies mit solcher Vehemenz getan, dass ich dem natürlich nachkomme. Lieber -> * Stefan Heiler * <- willkommen in meinem Blog! Und keine Sorge -> * Stefan Heiler * <- ich werde keine deiner gestrigen Eskapaden zum Gegenstand allgemeiner Unterhaltung machen. Wenn’s lustig war, dann weiß es mittlerweile sowieso schon jeder, dann braucht’s auch kein Internet, kein Facebook, keine Blogeinträge.

Frech annehmend, dass ich die Stimmung gestern richtig aufgefasst habe, möchte ich die These in den Raum werfen, dass es eine gelungene Party war. – Zumindest für und mit denjenigen, die geblieben sind. Manchen hat’s halt nicht so gefallen, was soll man machen, die hatten vielleicht (warum ist mir nicht ganz klar) eine andere Art von Veranstaltung erwartet, wie der folgende von mir gezwungenermaßen mitgehörte Dialog veranschaulichen soll:

A: Ja schon ne coole Party…

B: Ja schon.

A: Aber ich hatte halt irgendwie was Anderes erwartet.

B: Jetzt von den Leuten her?

A: Ne, halt so die Musik.

B: Hm ja.

A: Ich dachte halt die legen mehr so was Anderes auf.

B: Ja so HipHop?

A: Hm ja.

– Tja, was soll man da machen?

Anfangs war es zwar etwas kompliziert sich zwischen all den Menschen, die man nicht mag, die einem nicht mögen, die man schon mal betrunken blöd angekackt hat, die einem schon mal betrunken blöd angekackt haben, die man nicht leiden kann, weil andere sie nicht leiden können und die einem nicht leiden können, weil andere einem nicht leiden können, zurecht zu finden, aber irgendwann hatte dann die obligatorische Gruppenbildung stattgefunden und der Abend konnte seinen Gang gehen. Ich möchte feststellen, dass es, trotz kurzer alkoholgeschwängerter sentimentaler Anwandlungen zum Thema des allgemeinen Älterwerdens ein – zumindest in meinem Fall – Abend ungetrübter Freude war. Fast. Neu erworbene Erkenntnis: Wodka-Lemon kann zu allergischen Reaktionen führen, wenn man ihn mir über den Ausschnitt kippt. Wollte ich nur mal gesagt haben und damit Nachahmungstäter abschrecken!

Zum Ende hin soll nun noch das Highlight des Abends gekürt werden, Vorhang auf: Es war ganz sicher nicht die Nebelmaschine und ihre Auswirkung auf meine Stimmbänder. Es war nicht das problemlose Aufeinanderprallen verschiedener Freundeskreise trotz dick im Raum schwebender und beinahe greifbarer Skepsis zwischen den diversen Gruppen. Es war nicht der extra aus Berlin eingeflogene DJ. Es war nicht der speziell zu diesem Anlass georderte Wodka-Mate.

Es waren, wie von den Veranstaltern zurecht erwartet (bei einem Preis von 2€ kann es garnicht anders sein, als dass da findige Organisatoren und erfahrene Geschäftsmänner am Werk waren) tatatata –  die Salami-Brötchen! Denn irgendwann wurden natürlich alle hungrig. Lauf der Dinge und so. Dann waren selbst die zuvor belächelten, seit Stunden bereit stehenden Brötchen quasi die Oase in der Wüste. Und plötzlich standen sie alle da, die cool-kids, mitten auf der „Tanzfläche“ und stopften Salami-, Schinken- und Käse-Brötchen in sich rein. Ein Bild für die Götter.

 

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One Response to “Dorfdisco”

  1. schön!

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