In den letzten Tagen waren wir irgendwie alle krank. Pünktlich zum Wochenende. Streber ey. Montag Morgen 9 Uhr sitzen dann alle wieder hinter ihren Laptops und tippen fleißig drauf los. So auch ich…

So, hier erstmal ein paar Touri-Impressionen-Bilder:

(Moskva tér)

(Matthias-Tempel aka. Kirche)

(Das größte Parlament Europas, sagt der Verrückte. Ich weiß das alles, sagt Sandra. Das haben die uns bei der Stadtrundfahrt erzählt. NIEMAND WEISS ALLES! NUR DER HERGOTT! schreit der Verrückte.)

Ohhhh. Ahhhh.

Zuletzt war das hier ja alles irgendwie ein bisschen sehr in die ernsthafte Ecke abgerutscht. Ich werde mich redlich bemühen, das Niveau wieder etwas zu senken. Ein Nachtrag zum letzten Beitrag muss jedoch noch erfolgen. In all meiner Entrüstung und Echauffiertheit bin ich nicht dazu gekommen eine Besonderheit der magyarischen Museumskultur hervorzuheben, die hier bereits für große Erheiterung gesorgt hat: Die musikalische Untermalung historischer Ausstellungen mit zeitgenössischer Musik! Was passt auch besser zum Thema nationalsozialistischer Terror als so richtig schöner Hardrock? Eben. Mit Vorurteilen kenn ich mich aus.

(Lustig übrigens, was Wiktionary zum Thema echauffieren an Beispielen anzubieten hat: „Mademoiselles rechte Wange noch rot vom Mittagsschlaf, mit der eingepreßten Struktur der Schlummerrolle. Sie war wie immer echauffiert. Sie knickte geziert, erschöpft in den Schaukelstuhl.“)

Now for something completely different.

Unsere bunt zusammen gewürfelte Bande von Experten lernt hier nicht nur jede Menge zum Thema „Was alles kann unter das Oberthema Cold War and Society gestellt werden“, nebenher erfolgt mehr unbewusst als beabsichtigt ein Crashkurs zum Thema ungarische Geschichte im allgemeinen und Geschichte der Donau-Monarchie im speziellen.

Meine Kenntnisse auf diesem Gebiet basierten bisher – wie mir erst jetzt ganz leicht beschämt klar wird – hauptsächlich, und ja liebe Leser, jetzt dürft ihr entrüstet oder meinetwegen auch echauffiert losprusten, auf den legendären Sissi-Filmen. Und jetzt stellt euch mal meine Überraschung, ja mein Entsetzen vor, als ich nach und nach feststellen muss, dass das ganz anders war. – Vielen Dank an dieser Stelle an meinen guten Freund Wikipedia. Danke, dass du mich zurecht gewiesen hast. Selige Tage der Kindheit da gehen sie dahin.

NEEEEEEEEEEEEEIN Gandaaaaaaaaaaaaaaaaaalf.

(Die Donau – das ist doch dieser Fluss, den die Sissi runtergefahren ist und gewunken hat, oder?)

Auftritt Gyula Graf Andrassy.

Mit dem hatte die Sissi ja ein Techtelmechtel. Sagt man. Man hat nach ihm dann einfach mal eine der Hauptstraßen von Budapest benannt. Und die deutschsprachige Uni an der wir neulich Herrn Mommsen trafen. Ich wüsste einen Ausdruck um zu beschreiben, was der feine Graf da geleistet hat. Fängt mit hoch an und hört mit schlafen auf.

(Hier nochmal der echte.)

Ich würde jetzt gerne noch eine gute Überleitung zu einem völlig anderen Thema finden. Kurz nachdenken. Nein, nichts. Ich steige also mit einem Zitat ein: „Why is it you always have water with you, Sandra?“ (San Benedetto) Gute Frage! Die eigenen Macken werden einem ja meist erst dann bewusst, wenn man so richtig mit der Nase reingedrückt wird. – Und ich spreche hier aus jahrelanger Erfahrung. – So lag mir zwar eine Antwort sofort auf der Zunge – because I drink a lot – aber das Unverständnis in den Augen meines Gegenübers schwand nicht dahin. Frage: Warum trinken wir den ganzen Tag? Und sind wir da irgendwie anders als die Anderen? Tatsächlich scheint das so ein deutsches (und österreichisches) Ding zu sein mit dem vielen Trinken.

Dies steht selbstverständlich im krassen Gegensatz zur steilen These, die einst der Chef aufstellte, dass es sich dabei um einen Tick unserer Generation handle. Es bleibt spannend.

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2 Responses to “Your generation is weak in sitting a long time.”

  1. …zu Sissi kann ich nichts sagen, habe die Filme nicht gesehen, die wurden von meiner Generation abgelehnt. Weiß nur, dass sie vor dem Hotel erstochen wurde, in dem sich 100 Jahre später Barschel in die Badewanne legte (Beau rivage in Genf). Das war halt so ein Erlebnis meiner Generation, welches bekanntlich die deines CHefs ist- geniale Überleitung, ich bin angesteckt: Ja, es ist ein Ding Eurer Generation ständig mit der Nuckelflasche rumzulaufen. Manche meiner Generation meinen sogar, es zeige, dass Ihr Euch nie abnabeln wollt…Soweit würde ich ja nicht gehen!

  2. ohja! die donau ist da, wo die sissi mal gewunken hat! und graf andrassy war der bad boy, der bad boy!!! den ersten und dritten teil kann ich wahrscheinlich heute noch mitsprechen (tragischerweise war die videokassette mit dem zweiten teil beschädigt…) Sissi ist wahrhaftig DIE Kindheitserinnerung unserer Generation (@ the aunt: mir wird erst jetzt bewusst, dass das Kichern meiner Mutter beim weihnachtlichen Sissifilm nicht verzückter, sondern eher höhnischer Natur war!)
    allerdings habe ich in meiner zeit hier berlin die erfahrung gemacht, dass Sissi bei freunden aus den neuen Bundesländern irgendwie überhaupt gar nicht gehypet wird. Sprich: wenn ich meinen (bis heute ungetrübten) sissi-fan-status gestehe, ernte ich a) unverständnis (sissi? nie gesehen!) oder b) entrüstung (sissi? so einen scheiß kuckt ihr in schwaben???)

    sandra! dein blog macht mir freude. ich möchte (in anlehnung an den “ernsten” beitrag) eine sondersitzung des lesezirkels grethermetz veranschlagen! bräuchte nämlich professionellen input zum thema Geschichtsschreibung und Geschichtswissenschaft (also so ganz allgemein und theoreitsch, äh) für meine Hausarbeit zum Thema “the postmodern (meta)historical romance” (featuring susan sontag und jeanette winterson) mehr dazu in person!

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