Und während ich hier so sitze und denke ‚Was ist los Mutter?!’ und nach einem Aufhänger für den heutigen Leitartikel suche, wird er mir quasi auf dem Silbertablett präsentiert: Elvis is entering the building. Ok, es ist Professor Rathkolb, auf den wir gewartet hatten, aber trotzdem:

Zwischendurch mal bisschen was für die Augen. Kam hier zuletzt zu kurz.

Nein, Scherz beiseite, hallo-o, es geht um die Tragikomik unsere aktuellen Wohnsituation, wie sie sich in den Augen meiner geschätzten Mitreisenden Massimo.Bazzo und Peter.S darstellt.

Wieso so albern Frau G.? Haben wir das verdient? Bitte verschonen Sie uns! Nun, der Grund hierfür ist so einfach wie naheliegend: Ich durfte länger schlafen lalala. Heute haben wir uns erst um zehn getroffen. (Diese beiden Sätze bedürfen der unmelodischen Gesangsunterstützung. Oder wie mein Sitznachbar zur linken so kongenial wie schlicht vorschlug: „Sandra, dein Blog braucht musikalische Untermalung!“

Ich möchte daher gleich zur Tat schreiten und ein weiteres akquiriertes Fremdkulturgut, das ich im Laufe des gestrigen Tages im Rahmen unseres transeuropäischen Austausches aufgeschnappt habe, präsentieren:

(Diese Italiener…)

Neben mir zu allen Seiten sind die Menschen fleißig, denn gleich ist es so weit. Wir werden die Ergebnisse unserer Gruppenarbeit (hüstel) präsentieren. – Ich wollte schon immer mal ‚hüstel’ verwenden, und dies ist der perfekte Kontext. Das Ziel dieses ambitionierten Programms ist nämlich eine gewisse Anzahl von publikationsfähigen Papers zu produzieren. TjaHA!

Wir wurden erstmal ganz grob in eine Art von Interessensgruppen eingeteilt. Grob grob. Seit Tagen schwitzen wir daher über der Aufgabe aus mehr als widersprüchlichen Interessen und Themengebieten den größten gemeinsamen Teiler bzw. das kleinste gemeinsame Vielfache (weiß jetzt nicht genau welches passender ist, Mathe is ja nich so meins) herauszuarbeiten.

Tschakka!

Gar nicht so einfach. Aber ich sag jetzt mal so ganz frech, wenn wir eins können, dann ist es Dinge so zu präsentieren, dass sie gut klingen und gut aussehen und irgendwie ganz vielversprechend scheinen, egal was dahinter steckt. Soft-skills! Schließlich sind wir ja auch hier um zu lernen. Lalala. Ist ja keine Kurreise das ganze. Und jetzt, OHA, kommt die geniale Überleitung zurück zum Anfang, nämlich: Die Tragikomik unsere aktuellen Wohnsituation! Na? War ganz gut, oder? Ich weiß.

Es folgt ein imaginierter Dialog (für den ich kein Copyright claime, aber aufgrund seiner Treffsicherheit adaptiere) zwischen einem der Teilnehmer des Cold War and Society-Programms und einem interessierten Bekannten:

Bekannter: Und, wie habt ihr so gewohnt?

Teilnehmer: Ach weißt du, wir waren in einem Wellness- und Business-Hotel untergebracht.

B: Ja das klingt ja voll edel, nicht schlecht! War das direkt in Budapest?

T: Ne, eher so außerhalb. In einem Industriegebiet. An der meistbefahrenen Autobahn der Stadt. Die Autobahn muss man übrigens immer auf einer rostigen Metallbrücke überqueren, wenn man zum Bus will.

B: Hm ok, eher nich so cool. Aber da is halt Platz, um solche Anlagen zu bauen. Was war denn so außenrum?

T: Naja, nebenan is dieses ehemalige Militärkrankenhaus aus dem Vietnamkrieg, in dem sich heute ein Studentenwohnheim befindet. Auf der anderen Seite ist ein großes leeres Feld. Und dann kommt eine Kaserne mit Exerzierplatz.

B: Aber ihr seid doch sowieso meistens innerhalb des Hotels oder in der Stadt unterwegs gewesen, oder?

T: Also das Wochenende haben wir ja alle krank im Hotel verbracht.

B: Und wie is das Hotel an sich so?

T: Ach ganz in Ordnung. Is halt ein bisschen nervig, dass wir nur einen Zimmerschlüssel haben, da muss man sich ständig irgendwie organisieren.

B: Nur ein Schlüssel? Wie viele Leute schlafen denn in einem Zimmer?

T: Also wir waren vier. [Einschub Sandra: Wir waren nach dem Umzug der Österreicherinnen nur noch zwei. Schierer Luxus!]

B: Ach, dann hattet ihr so ne Art Suite?

T: Ja, kann man so sagen. Ein Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, ein Bad und ein zusätzliches Klo.

B: Ein Schlafzimmer? Aber wenn ihr doch vier Leute seid, wo schlafen dann die anderen drei?

T: Ja, nene. Das Schlafzimmer teilen sich zwei Leute. Und die anderen beiden schlafen auf der Couch.

Massimo.Bazzo und Peter.S sprachen von einem minutenlangen Lachkrampf von dem sie geschüttelt wurden, als sie sich diesen Dialog vorstellten und sich dabei der Absurdität der Umstände bewusst wurden. Sie sprachen weiterhin von Puzzleteilen, die ineinander griffen und sich gegenseitig erst zur erwähnten Tragikomik steigerten. Ich werde dies unkommentiert so stehen lassen.

Und jetzt noch ein weiteres Schmankerl zum Schluss, ja? Natürlich! Alle tanzen schon auf den Tischen vor Vorfreude!

Sie sehen untenstehend die Ubahn-Countdown-Uhr. Diese zeigt nicht, wie man annehmen würde, die Zeit an, die noch vergehen wird, bis eine neue Bahn einfährt – dies wäre recht praktisch. Sondern die Zeit, die vergangen ist, seit die letzte Bahn abgefahren ist – dies ergibt in meinen Augen nur beschränkt Sinn. Der Magyare an sich halt…

Be Sociable, Share!

Leave a Reply

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

(required)

(required)