Na toll.

Gestern haben wir uns verdoppelt. Die haben sich hier nämlich was total Lustiges ausgedacht. Wenn wir schon so nen Aufwand betreiben, so die Logik, dann soll es sich richtig lohnen. Und daher haben sie, tata, einfach mal eine so genannte „Konferenz-in-der-Konferenz“ organisiert. Jiphi!

Weil wir als Diskussionsteilnehmer und Powerpoint-Jongleure schon alt und verbraucht sind, wurden daher gestern einfach mal neue Teilnehmer aus Polen und Frankreich eingeflogen. Und tatsächlich sind ein paar Leute dabei, die ich noch vom letzten Mal kenne. Oja, ich nenne ein europäisches Wissenschaftsnetzwerk mein eigen!

Jetzt ist es so, dass die alte (In-)Group hier motivationstechnisch schon anfing auf dem Zahnfleisch zu kriechen, da bringen die Neuen auf einen Schlag jede Menge unbeeinflussten frischen Charme und eine realistische Einstellung gegenüber den Dingen mit: „I’m here because it’s a free holiday!“

Ich übergehe – wie stets – den Teil in dem wir den Vormittag und Nachmittag des gestrigen Dienstag damit verbringen in unseren eigenen Wohlgeruch gehüllt Vorträgen zu einer Vielzahl an Themen zu lauschen. Wer will so was schon hören?

Ungefähr so:

Kommen wir gleich zum aufregenden Teil des Tages: Welcome-Party in Tommy’s Snack Bar… Klingt gut, oder? Nun, die letzten Tage haben uns einiges gelehrt, nicht zuletzt Vorsicht gegenüber wohlklingenden Bezeichnungen („Wellness-Hotel“, „Gypsy-Musik“ etc. pp.). So waren wir wenig bis gar nicht erstaunt, als sich das amerikanische Diner im Stil der 1950er das der Name Tommy’s Snack Bar hervorgerufen hatte, als die altbekannte Cafeteria im Keller des Unigebäudes entpuppte. Da wo wir sowieso jeden Morgen unseren Kaffee trinken. Überraschung! Wieso aber wurde das Büfé umbenannt? – „Der Besitzer heißt Tommy, also dachte ich nennen wir es Tommy’s Snack Bar.“ Ja ne, is klar. Irreführung?! Hallo-o?!

Lustig war auch, dass die Neuen ja keine Ahnung hatten. Muhahaha. Die haben sich noch voll so gefreut und so, HAHA. Und dann wurden sie zu allem Übel auch noch in die Löwengrube einer bereits seit mehr als einer Woche bestehenden Gruppe Irrer geworfen. Die die ganze Zeit nur lachen und den größten Unsinn reden. Seltsame Zeichen machen. Und – jeder liebt es – sich eigentlich nur in Insidern verständigen. Boah hätte ich Bock gehabt in so einer Situation zu sein. Sie haben sich aber bestens geschlagen und wir haben sie akzeptiert. Hatte Bier einen Anteil an dieser Befreundung? Ich denke ja.

Einschub: Babylon war ein Scheiß gegen Budapest. Es gibt hier jetzt Deutsche und Italiener, die Französisch sprechen. Polen und Österreicher, die Ungarisch sprechen. Italiener und Ungarn, die Deutsch sprechen. Bulgaren und Polen, die Russisch sprechen. Franzosen, die… nunja. Dies ist die Stelle an der ich mich für ein neuliches Feedback bei Matze bedanken möchte, der mich mit einem wunderbaren Zitat bekannt machte:

“Es gibt nur zwei Dinge, die ich nicht leiden kann. 1. Menschen, die den Kulturen anderer Menschen gegenüber intolerant sind und 2.Holländer!“ (Austin Powers “Goldständer”)

Absurd wurde es, als unsere neuen polnischen und französischen Freunde meinten, sie würden sich uns dann später anschließen, wenn wir denn noch weggehen würden, schließlich seien wir schon lange hier und wüssten sicher, wo man hingehen könne. Alora… NOT. Wir waren doch krank, Mensch! 10 Tage Budapest und alles was wir kennen sind die Uni und diese beiden Restaurants in die man uns am Anfang geschleppt hat. Ojemine. Zum Glück fand sich in der polnischen Delegation ein Budapester, der das ganze in die Hand nahm.

Ich möchte vorschlagen, dass Parties von jetzt an immer schon zu Kindergeburtstagszeiten am frühen Abend beginnen (das Neon-Licht und die Waschküchen-Atmosphäre der Snack Bar muss ja nicht unbedingt sein). Als wir uns gegen halb acht auf den Weg machten, waren alle schon bester Laune und als wir um Mitternacht zurück ins Hotel kamen, lag ein zufriedenstellender Abend hinter uns. Und ein Gefühl von 5 Uhr morgens machte sich breit. Sehr seltsam, wirklich, wie man da konditioniert ist, dass man anhand der eigenen Fertigkeit auf die Uhrzeit schließt, nur weil man so auf den „normalen“ Zeitplan eines Party-Abends eingestellt ist. Ich könnt schon wieder anfangen zu philosophieren, was das über unsere Gesellschaft sagt und blablabla. Ich lass es.

Kennt ihr diese geilen Partybilder von Daumen?

Heute ist, wie ich ihn liebevoll nenne, der Tag der 20.000 Vorträge. Alle Neuen müssen natürlich was erzählen. Und die sie begleitenden Dozenten auch. Und die Einheimischen müssen sich auch noch präsentieren. All diese Zwänge. Und willenlos wie unter Medikamenteneinfluss stehende Schafe tappen wir einfach dem Programmheft hinterher. „Ich hab keine Lust auf die Vorträge.“ – „Ich auch nicht.“ – „Ja, lass uns einfach nicht hingehen.“ – „Ok, und was machen wir stattdessen?“ – „Hm, weiß nicht.“ – „Dann gehen wir doch hin?“ – „Ne, lass einfach zurück zum Hotel fahren uns schlafen.“ Oh man.

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