Ach Freunde, ihr wisst ja, wie das so ist. Kaum kommt der Wonnemonat Mai, schon weiß man nicht mehr wohin mit seiner Zeit. War was? Achja richtig, Masterarbeit. Fast vergessen.

So, jetzt zu was Interessanterem. Platte Fahrradreifen. Kennt ihr das: Voll jugendlichem Tatendrang, beschwingt durch ein laues Lüftchen und die ersten frischen Sonnenstrahlen radelt man so vor sich hin und dann waaaaaaah es glitzert, es blinkt, es ist gefährlich! Scherben kreuzen meinen Weg auf Schritt und Tritt. Kaum sind es draußen ein paar Grade über Null, kann der gemeine Berlin nicht mehr an sich halten und stürzt sich mit Kind und Kegel und Bierflasche ins Freie. Und dann hat man den Scherbensalat. Ey überall echt. Ich lebe in konstanter Furcht vor Scherben, seitdem ich vor zwei Wochen unsanft aus der Bahn geworfen wurde. Und dann das: Gestern war es so weit – schon wieder ein plattes Hinterrad.

Aus irgendwelchen mir selbst nicht verständlichen Gründen, bin ich im mir völlig unerschlossenen Schöneberg, anstatt dann zur Ubahn zu gehen, einfach drauf los marschiert. Hä? Irgendwo würde schon ein Fahrradladen kommen. Wishful thinking at ist best. Dann rief Kasi an und obwohl sich meine Hilfe auf ein Minimum an „jaja wird schon so sein wie du denkst“ beschränkte, meinte sie dann, diese gute Tat würde jetzt sicher belohnt werden. Und ohne Witz, das wurde sie! Das glaubt ihr mir nie, ungelogen 10 Sekunden nachdem ich aufgelegt hatte, stand ich plötzlich vor einem Fahrradladen. Sachen gibt’s…

Aber, wie schon die alten Griechen wussten, ein Fahrradladen macht noch keinen Sommer. Ich also erstmal ganz vorsichtig rangeschlichen und dann: 10 Minuten! (Sie steigen in den Hauptbahnhof ein… ) 10 Minuten!

Dass ich das noch erleben darf! Ich hab mich dann im Innenhof wartenderweise hingesetzt und dann, bäm, schon wieder eine Überraschung: Da war so ein niedlichschnuckeligeskleines italienisches Restaurant, das mich spontan mit Speis und Trank versorgte.

Manchmal isses fast zu viel des Guten. – Schuld war dann zu allem Nicht-Übel auch noch nicht eine Scherbe (wir hassen sie!) sondern eine Speiche, die sich ihren Weg durch den Schlauch gebohrt hatte. Ich glaube so eine zufrieden-begeisterte Kundin hatte der Fahrradmann lange nicht.

Danach bin ich dann, meinem bildungsbürgerlichen Background und meiner diesbezüglichen Verantwortung folgenden noch in die Philharmonie gegangen. Man gönnt sich ja auch sonst alles. Die richtigen Leute muss man kennen, ich kann’s nur wiederholen, dann sitzt man plötzlich mit Ehrenkarte in der vierten Reihe und gibt sich Strauss’ Alpensymphonie.

Kann man mal machen. War echt ganz schön geil.

(Investigativer Journalismus scheut sich auch nicht einfach mal schlechte Bilder allein wegen ihrer Aussagekraft hochzuladen.)

Der Preis? Nun, wer gestern da war, mag nach Ende der Veranstaltung die Gestörten gesehen haben, die mit blinkenden Leuchtstäben Ausdruckstanz vor den Eingängen veranstaltet haben. Ja, das waren wir. Das sollte eine Hilfe sein, um die Leute zur Aftershowparty ins 40 Seconds zu lotsen. Hat aber keiner verstanden. Wie kann man das nicht verstehen?! Es ist mir unverständlich.

Weil das Bier im 40 Seconds so teuer is und weil wir so voll individuell und krass drauf sind, haben wir uns dann beim Späti Bier geholt. Ha! Und dann stilecht an der Bushaltestelle getrunken. Ein Abend der Widersprüche.

Später waren wir dann doch noch oben.

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