So. Wien. Isabella sagt: Schöne Grüße an die Menschheit. Bei der wohn ich jetzt für zwei Tage / eine Nacht, denn Peter.S ist weiter nach Graz gedüst. Mit dem Rob. Der Rob sagt, Graz sei sowieso viel schöner als Wien und zudem mediterraner. Sagt der Steirer sagen die Wiener.

Wien is aber auch echt ganz schön schön. Wie Berlin, nur kleiner und schöner. Überall weht dir der Wind der Geschichte um die Nase. Wie Budapest nur größere und sauberer. Überall stehen diese absurd verschnörkelten besäulten vererkerten Häuser rum. Die spinnen schon ein bisschen, die Wiener.

Jetzt nur mal als Beispiel zum Thema Verhältnis zu den Deutschen:

Erinnerts euch noch an den Adi? Heldenplatz!

Donnerstag früh kamen wir hier an, ich dank der grandiosen Idee doch einfach gar nicht zu schlafen statt 3 Stunden ein wenig müde. Trotzdem seit einigen Wochen klar war, dass wir hierher kommen würden, hatte ich mich meinerseits genau null vorbereitet. Kein Stadtplan, kein Plan.

Beispielsweise liegt Bratislava gleich um die Ecke:

Gut, dass der Flughafen Wien Free WiFi hat (wie überhaupt fast die ganze Stadt – gut für einen Freund des ständigen Internets wie mich). Erstmal liefen Peter.S und ich also im üblichen Internet-Autisten-Modus durch die Terminals und loadeden entsprechende Apps runter. Setz mich an einem beliebigen Ort der Welt aus, dessen Sprache ich nicht spreche, gib mir Internet, ich komme klar. Yeah Mann!

Dann war erstmal Workshop. Visual History ftw! Unsere Präsentation zum Auftakt der Veranstaltung war selbstverständlich sensationell. Was dachtet ihr denn? Ein kurzer Anfangsschock „Könnt ihr das Ganze vielleicht auch auf Englisch machen?!“ war schnell überwunden und alle Anwesenden verzaubert. Manchen isses eben gegeben.

Ein bisschen was von Wien haben wir in den ersten Tagen auch schon gesehen, aber so richtig gings in der Hinsicht ja erst heute los. Die Pension verlassend begab ich mich zu Isabella und dann stromerten wir gemeinsam durch Wiennnnnna. Best prepared Reiseführerin ever!

Unter anderem konnte sie es sich nicht verkneifen, Salz in die offenen Wunden der innenhofentzogenen Berliner Besucherin zu streuen. Ok, sie wusste es nicht. Trotzdem:

Meinen Plan, einen Reisebericht zum Thema „Kaffeehäuser“ zu verfassen, musste ich dann leider aufgeben: Dies hat just zum heutigen Tage bereits ein Anderer getan. Incroyable. Naja, davon lasse ich mich natürlich nicht abhalten und so habe ich, im Gegensatz zu Herrn Kapielski die wirklich wahren besten Kaffeehäuser der Stadt mit den wirklich wahren übelsten Obern der Stadt besucht: Das Prückel und das Sperl. (Nachher geht’s noch ins Alt Wien (too cool for homepage).)

Es is wirklich so, wie man euch das schon immer erzählt hat. Freitag hatte mir der Kellner im Prückel geraten, wenn ich nun also die Penne ohne Grana wolle, dann schaun Sie doch amal, dann nehm Sie doch die von der Tageskarte. Mit Zucchini. Wollte ich nicht. Er wollte, dass ich wollte. Hat er auch so gesagt. Heute dann gabs das was ich wollte dann auch wieder nicht. Na da schaumamal, was ma nehm? Ja danke, ich schau dann mal, aber gut, dass Sie mir die Karte aufschlagen und mich dabei durchdringend beobachten. Äh ja, den Salat mit Hähnchen bitte.

So far no Schnitzel. Dafür gestern Eiernockerl. Und heute im Sperl Topfenstrudel. Außerdem genossen: Diverse Krügerl. Ein Almdudler-Weiß. Apfel-Zitronen-Tee. Nicht verzehrt aufgrund diverser Abneigungen: Kleine Schwarze. Kleine Braune. Andere Kaffeespezialitäten jeder Art. Blunzen. Kren. Faschiertes.

Und wieso gibt’s eigentlich keinen LingoPal (Vgl. Budapest-Eintrag) Österreichisch? Der Sprach-Faschist in mir freut sich verbessern zu dürfen: Es heißt Benutzer nicht Benützer. Es heißt fängt an und nicht fangt an. Dem Sprach-Connaisseur geht das Herz auf über soviel Putzigkeit. (Das hören sie nicht gerne, die Österreicher, dass wir Deutschen sie putzig finden, Obacht!)

Uhren im öffentlichen Raum gibts auch hier:

Soviel dazu erstmal, die Isabella is schon fast fertig für den Abend und ich sitz hier noch in der Trainingshose und verdaue den eben genossenen original-österreichischen Kaiserschmarrn mit Erdbeeren (nicht Marillen, is nich Saison). Morgen geht’s nach Schönbrunn und ins Rote Wien! Ich berichte! Ciao Baba!

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