Ha! Ich bin Der Blog ist umgezogen. Krasse Sache. Dazu mehr ein andermal. Das wird hier auch alles noch viel schöner und toller und besser. Aber ich muss da erstmal ein bisschen rumprobieren.

 

„Du, ich glaub’ die kennen sich hier alle.“ sagt Nique Nike so zu mir und wirft einen bedeutungsschweren Blick in die Runde. (Geiler literarischer Einstieg: Immer gut!) Und dann fällt’s mir auch auf: Die kennen sich tatsächlich alle. Deswegen gehen die von Tisch zu Tisch und begrüßen sich. Und die Luftballons sind doch keine Deko des Hauses, sondern offenbar wirklich von einer Party. Ich nehme mir trotzdem mal einen. Und dass wir hier fehl am Platz sind, das hat auch noch keiner bemerkt. Wird in der nächsten halben Stunde, die wir in einer Bar mir unbekannten Namens (Google hat auch nichts geholfen) in der Weserstraße verbringen, auch keiner mehr bemerken.

Wir haben dann kurz überlegt, einfach irgendwen anzusprechen. Hey Mensch, du auch hier, ja, ich auch, jaja, wir kennen uns doch von dieser Party bei Dings hier, ja, genau, das war lustig, oh man, wir waren echt alle ganz schön betrunken, was?! Läuft eigentlich immer.

Haben wir dann aber nicht. Sowas albernes. Hallo?! Dass wir keinen kannten, war ja eigentlich garnicht so schlimm. Kann man auch viel besser den andern zuschauen. Da war zum Beispiel Sean, den konnte man sehr gut beobachten, der kannte alle (vielleicht doch das Geburtstagskind?!) und irgendwann quasi en passant hat er ein bisschen vor unserer Nase mit einem ausgesprochen angeödet schauenden  Mädchen rumgeknutscht. Aber da hatten wir eh schon beschlossen zu gehen und die Engländer (Iren? Australier?) sich selbst zu überlassen. „Wieso sind das denn so viele? Haben die nur andere Ausländer als Freunde?“

Gestern Abend stand nämlich Neukölln auf dem Programm! Nach meiner bereits in Erwartung dieses Ausflugs gestarteten kleinen Hetzkampagne letzte Woche (ihr erinnert euch, Stichwort Verkehrsanbindung, kann aber auch in der größeren Hetze gegen die unfähigen Touristen untergegangen sein, ja das ist wirklich sehr gut möglich), sah ich dem natürlich mit Spannung entgegen. Es galt am Konzert von Kathas neuer Band, Malinowski Underground, teilzunehmen!

Simon zog aus seiner Butze aus und ließ es sich nicht nehmen zum Abschied noch mal richtig auf die Kacke zu hauen und so haben die drei ihre Freunde (und Nachbarn, hehe) zur Präsentation des neuen Konzeptalbums von Malinowski Underground eingeladen. Es versprach ein großer Spaß zu werden.

Jetzt hab ich während die Band spielte, der rasende Reporter kennt da nichts, jede Menge Stichworte in mein Smartphone getippt, damit ich anschließend im Überschwang der Gefühle nicht alles vergesse. Ich hatte nämlich, ganz schön ausgefuchste Planung, kann man da nur sagen, mir so überlegt, das Konzert im Rahmen einer Art pseudoprofessioneller Konzertkritik hier zu präsentieren. Jawohl. Aber irgendwie hab ich doch keine Lust. Daher jetzt doch lieber ein Aufguss der nachhallenden Emotionen.

Es war groß!

Ich hatte neulich bereits das Vergnügen in einige der ganz schön schlauen Songs bei einer kleinen Privatvorstellung auf der Bank am Boxi reinhören zu dürfen und war daher kaum überrascht, als das Intro wie angekündigt mit den ominösen Worten loslegte: We’re foxes in boxes.

 

Mit tiefgründigen Texten, die immer wieder Anklang an literarische Einflüsse und musikalische Vorbilder zu erkennen geben, skandierte und jubilierte sich die Band durch knappe 35 Minuten konzentriertester Performance. (So in etwas hatte ich mir stiltechnisch den ganzen Bericht vorgestellt…) Ich bin begeistert! Einige haben sogar getanzt! Größtes Lob von mir! Zwar waren die Künstler im Anschluss selbst alles andere als froh über ihren Auftritt, aber ich glaube für die im Raum versammelte Meute sprechen zu können (sollte fehlender Musiksachverstand kein Hindernis darstellen), wenn ich sage: Eins A. Ganz großes Kino!

Hier komm, noch einer: Nicht nur outfittechnisch klappte das Zusammenspiel zwischen den drei Bandmitgliedern! Auch schön, die Freude zu sehen, wenn man sich nicht verspielt hat, da kann sich der klugscheißerische Zuschauer schon vorstellen, wie viele vergebliche Versuche im Proberaum hinter der gelungenen Intonation stecken. Ne echt, hat mir gut gefallen! Ich freu mich schon auf das nächste Event! Gibt eins, ne, sicher, oder, ja eben, dachte ich mir, coole Sache!

Nach dem Konzert hat das sehr gemischte Publikum dann beschlossen hier komm Party kannste auch wann anders und sich lieber hingesetzt und geredet. Äh ja. Kann man machen…  Da ich einerseits noch vom Nachmittag (und von der im Laufe des Abends noch vertilgten Flasche) voll des Sektes, gleichzeitig aber auch etwas sehr müde war, war das dann irgendwie nich so meins. Daher dann die Bar mit den Leuten, die sich alle kannten.

Ein gelungener Abend in Neukölln. (Das Foto führt in die Irre, das war natürlich nicht in Neukölln. Das ist nur der Sekt.) Und das war ein für das sonstige Niveau hier ganz schön gutgelaunter Eintrag. Was ist da los? Stösschen aber, auf mich, zur neuen Heimat hier!

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2 Responses to “Foxes in Boxes in Neukölln.”

  1. das war tatsächlich eine geburtstagsfeier von einer (deutschen) freundin von mir. die überzahl an “ausländer” hatte damit zu tun, dass das geburtstagskind sich gerne unter englischsprechenden aufhält. da waren aber natürlich auch spanier, iren, engländer, deutsche, schwede usw. ist meiner meinung nach auch ziemlich egal wo man her kommt und wasfür eine sprache man unter sich spricht, solange er/sie sich benimmt. die party sollte dementsprechend auch nicht “privat” sein, alle waren wilkommen, sei es eingeladen oder nicht. freut mich das ihr euch amüsiert habt. vielleicht bis bald wieder in der bar da an der ecke. sean (aus england)

    • lieber sean! vielen dank für deine nachricht. sowas in der art haben wir uns ja gedacht. 🙂 die party sah jedenfalls nach viel spaß aus, wir waren nur zu müde. beim nächsten mal dann! bis dahin liebe grüße! sandra

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