Nicht nur, dass Dänen bekanntermaßen nicht lügen, sie sind zudem mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das charmanteste Volk der Welt. Fakt.

Alles andere als frisch gebacken (friskbaken) sind wir gestern Vormittag in Kopenhagen angekommen und wurden seither von der Freundlichkeit, Höflichkeit und Zuvorkommenheit der Einheimischen quasi erschlagen. Wir denken, das liegt daran, dass die hier LSD ins Trinkwasser mischen.

Wo gibt’s denn so was: Eine Busfahrerin, die von ihrem Sitz aufsteht um den unfähigen Touristen zu erklären, wie sie den Fahrkartenautomaten zu bedienen haben und zwar mit einem Lächeln und einem „You’re welcome“? Dann der Verkäufer im Lego-Laden, der den ganzen Tag die Sonderwünsche von im Zweifel deutsch sprechenden Touristen („Die verstehen das doch alle!“) zu ertragen hat und der sich trotzdem mit vollster Aufmerksamkeit darauf einlässt eine ganz bestimmte Lego-Figur zu suchen. – Und dann hat er auch noch ein paar Brocken Schuldeutsch fallen lassen und sich total gefreut, dass wir ihn verstanden haben. Hammer. Oder die Kellnerin, die in aller Seelenruhe unsere meine Kapricen über sich ergehen lässt, nur weil das Spielkind unbedingt seine neuerworbenen Sprachbrocken austesten muss.

Ich stand gestern fassungslos ob all dieser Episoden in der Kopenhagener Fußgängerzone und sagte „Ich glaube, ich habe mich grade in alle Dänen verliebt. (Also, vor allem in die Hübschen natürlich.)“

Die Menschen sind schön, sie sind reizend und ich weiß gar nicht wohin mit mir. Ich fühle mich emotional underdressed. Wie soll man bitte trotz aller unbändiger Begeisterung mit dieser Freundlichkeit mithalten? Wir geben uns Mühe.

Ich möchte anfügen: Nicht nur emotional underdressed. Die sehen auch noch alle so gut aus. Hallo? Gemein?

Aber wir sind eben in Berlin sozialisiert, also einfach etwas grober. Stefan, Miriams charmanter Mitbewohner, musste uns gestern Abend erstmal auf die (in den meisten Teilen der Welt nicht so unübliche) Gepflogenheit hinweisen, dass man im Restaurant eigener Wahl vorab einen Tisch reserviert und nicht einfach so auftaucht. Öh?! Wir sind dann eine halbe Stunde um den Block gelaufen, weil halt nichts frei war grade. Dafür gabs im Anschluss dann die anscheinend besten Burger der Stadt bei Halifax. Köstlich. Miri hat Stefan dann das wunderbare deutsche Wort „Fresskoma“ beigebracht. Soll keiner sagen wir betreiben hier nicht kulturellen Austausch auf höchstem Niveau.

Von Kopenhagen haben wir gestern in einer Tour-de-Force eigentlich schon die wichtigsten Dinge gesehen. MEERJUNGRAU! MEERJUNGFRAU!

(Nicht im Bild: Belgische Harley-Fahrer, Spanische Jugendliche, Koreanische Großfamilien und Französische Hippies.)

Die “bessere” Meerjungfrau:

Habe eben in den Bildband geschaut, den Miriam (die Cousine jetzt) uns (hier wird Service nicht nur groß, sondern auch dick geschrieben) bereit gelegt hat und siehe da, wir waren eigentlich schon überall. Nur die Kirchen, die weigern sich bisher, ihre Pforten für uns zu öffnen. Wird schon noch. Is ja schließlich Bildungsurlaub! Wir sind hier nicht für Spaß.

Apropos Bildungsurlaub: Die Lernkurve unsere Sprachkenntnisse betreffend ist dramatisch gestiegen in den letzten 24 h. Wir können jetzt ausdrücken, dass wir eine Frage haben, mit Karte zahlen wollen und wir können androhen „Lass mal ein Bier rüberwachsen oder ich mache einen Flikflak.“ Außerdem kann ich Spiegelei bestellen. Im Fluchen werden wir auch immer besser und man versichert uns, dass wir dabei ganz reizend klingen. *hust deutscher Akzent hust* Durch den Vokaldschungel finden wir bald mit geschlossenen Augen, und auch die entscheidenden Konsonanten lassen wir bereits intuitiv weg. Wie Elke gesagt hat: Im Zweifelsfalle immer betrunken klingen.

Apropos betrunken: Die Dänen, die trinken ja gerne. Wir hatten bereits von den Abiturienten-Ritualen erfahren, bei denen man Bier und Wein aus einem Hut trinkt und sich reihum bei allen Mitschülern daheim betrinkt (an einem Tag!). Gestern konnten wir hier in dieser wunderschönen WG von Miriam an einem möglicherweise ganz normalen Abend teilnehmen. Es waren größere Mengen Bier im Spiel. Und weil es mich als Nichttrinker besonders interessiert, fragte ich Stefan, wie eigentlich die Menschen in dieser Gesellschaft überleben, die keinen Alkohol trinken und ob es die überhaupt gibt. „Natürlich gibt es die“, versichert er mir. Er selbst hätte einen Freund der auch überhaupt nichts trinkt. Also gar nichts. Also nur so ein oder zwei Bier am Abend und das sei alles.

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One Response to “Unsere neuen besten Freunde die Dänen.”

  1. Ich bin froh nicht mehr die einzige hysterische Dänemark-Advokatin zu sein. Gut, so eine Stadt ist schneller erkundet als wie Berlin, aber irgendwie exotisch. Für den nächsten Besuch empfehle ich eine Insel aufzusuchen wenn Mittsommerfest gefeiert wird. Brennende Holzhaufen inklusive aufgepfropfte Hexe, viel Fisch und Schnaps, tanzen ums Feuern und viele hübsche Landjungen.

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