„Wisst ihr, was wir heute Abend machen können?“ fragt Miriam (die Cousine), und wirft ihren Mitbewohnern einen kurzen Blick zu, gefolgt von einem Schwall Dänisch. „Es ist der letzte Tag vom Malmö-Festival.“ Malmö, warte mal, ist das nicht in Schweden? Im bekanntlich schönsten Land der Welt? Gesagt, getan.

Die Begeisterung darüber, in Schweden zu sein („Muuuuah irgendwie schon voll geil so! Brauchen wir unsere Pässe?“) hat bei mir dann recht schnell nachgelassen. Naja, der Abend bestand nun mal aus Bier trinken, aufs Klo gehen und schlechte Musik hören. Immerhin war die Begleitung liebenswürdig und dann haben wir auf dem Bahnhofsvorplatz noch Fußball gespielt.

Aus meiner Sicht ist ein Abend, der aus Bier trinken besteht an sich schon gelungen. Einziger Wehrmutstropfen: Keine großgewachsenen, blonden Wikinger, dafür umso mehr 15jähriges Pöbelvolk. Nunja.

Was unsere Lernerfolge bei der dänischen Sprache angeht, sind sie nun derart unermesslich gestiegen, dass eine Wiedergabe das Format dieses Blogs sprengen würde. Es muss reichen zu erwähnen, dass wir neuerdings darauf hinweisen können, dass wir keine Dänen und nicht interessiert sind, bzw. dass er oder sie wunderschön, niedlich oder mit Riesenbrüsten ausgestattet ist. Desweiteren hatten wir beide gestern wieder jeweils aufregende Interaktionen mit Dänen, es ging unter anderem darum Eis zu kaufen.

Blending in with the Danish ist das Stichwort. Möglicherweise ist es dabei hinderlich, wenn man laut „vi er tysker“ rufend durch die Straßen eilt. Aber gut, dann wissen sie wenigstens mit wem sies zu tun haben.

Was war noch? Wir waren bei den Hippies in Christiania zu Besuch. Christiania ist ja bekanntlich ein Muss für jeden Kopenhagen-Besucher. Erstmal haben wir uns gefragt, wie die Leute hier eigentlich noch wohnen wollen, angesichts der täglich invasierenden Touristenmassen, aber wenn man sich ein bisschen abseits der Pfade (des Green-Light-Districts) bewegt, stößt man schnell in Hinter- und Vorgärten vor und kommt um  das Gefühl nicht herum, hier wirklich zu stören. Realized: Die Hippies sind eigentlich ganz schön bürgerlich. War aber auch kein Wunder.

Gras haben wir keins gekauft, dafür hat Sandra von einem aus dem Busch hervortretenden Hippie nen Apfel geschenkt bekommen. Fasziniert konnten wir feststellen, dass nicht unwesentliche Teile der dänischen Bevölkerung an einem Freitag hierherkommen, um in der Mittagspause oder nach der Uni/Schule/Arbeit erstmal in Ruhe eine Tüte zu genießen. Stelle fest: „Freitag nach 1 macht jeder seins. Hier im Zweifelsfalle kiffen.“

Möglicherweise ist es doch nicht das LSD im Trinkwasser…

Und dann waren wir noch in Frederiksberg, das ist so eine Mischung aus Hipster-Neukölln/Kreuzberg/Prenzlauer Berg. Dort haben wir in erster Linie entspannt und einem kleinen Mädchen aus höchster Not geholfen, deren Kleid sich in der Fahrradkette verfangen hatte.


Und Eis gegessen natürlich.

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