“Nie wieder Moskau im März!”, das war die Devise. Und nun regnet’s… ICH BESCHWERE MICH NICHT! Ich besitze jetzt einen ultranicen russischen Knirps-Regenschirm mit Glitzer und Rüschen, Kostenpunkt 550 Rubel, ja, ich bin noch ein wenig im Währungswirrwarr.

N. hat sich entschuldigt, dass es regnet und J. hat bedauernd festgestellt, dass es regnet – ich habe wohl ein- oder zweimal zu oft meine Erwartungen an Moskau im Sommer so nebenbei fallen gelassen. Dabei sind die gar nicht so hoch: Meine wettertechnischen Erfahrungen mit der Stadt bewegen sich im Temperaturspektrum zwischen – 25 und +8 Grad. Wind. Schnee. Schneeregen. Und ja, auch Sonne, ich will nicht ungerecht erscheinen. Aber Sonne ist eben nicht gleich Sonne und wenn man zwei Paar Pullover, zwei Paar Strumpfhosen, zwei Paar Socken, zwei Schals, zwei Mützen und zwei Paar Handschuhe, dazu Mantel und Winterstiefel trägt… nunja, you get the picture. Und jetzt blühen die Blumen (am Wochenende ist Tag der Stadt Moskau, da putzt man die Grünanlagen natürlich fein heraus), an den Bäumen hängen Blätter und man sieht den Boden, auf dem man geht.

Zum Vergleich:

 

 


(Moderne Marketing-Methoden haben auch hier Einzug gehalten.)

Der Nachteil? Ich habe nasse Füße. Denn obwohl ich gefühlt tausend Paar Schuhe eingepackt habe (Details hat K.), Gummistiefel sind nicht dabei. Warum auch? Hey, es ist schließlich Sommer!

Möglicherweise habe ich damals bei Frau Krabichler in Erdkunde dann doch nicht so gut aufgepasst, als wir Wetterdiagramme besprochen haben, wie ich dachte – und bisher hatte ich mir eingebildet, das als eine der wenigen Erkenntnisse für das nach-schulische Leben mitgenommen zu haben (neben Prozentrechnen und dem lückenhaften Verständnis für Atmungsprozesse bei Kurz- und Langstreckenläufen). Hätte ich wirklich aufgepasst, hätte ich mich vermutlich besser informiert, wie es um die mittleren Niederschlagsmengen hier so bestellt ist. (Ok, wen verarsche ich hier eigentlich, als ob… was ich sagen will: Ich habe keinen Gedanken daran verschwendet, wie das Wetter wohl so werden wird, sondern mich darauf verlassen, dass es schon ok sein wird.)

Zitat: “Moskau befindet sich mit seinem vollhumiden Klima in der kühlgemäßigten Klimazone mit Kontinentalklima. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 5,4 Grad Celsius, der Jahresniederschlag liegt bei 705 Millimetern. Der meiste Niederschlag fällt im Juli (90 Millimeter), der wenigste im März (33 Millimeter).”

Wie auch immer. Ich habe jedenfalls nasse Füße, denn wenn die Bürgersteige nicht vereist sind, dann kommen die Schlaglöcher zum Vorschein und wenn die Regenrinnen nicht vereist sind, dann entleeren sie sich ungehemmt auf die Bürgersteige und das all führt dazu, dass man, wenn man nicht gerade zufällig Moses ist (Spoiler Alert: Bin ich nicht.) sich irgendwie seinen Weg durch die Sturzbäche und Tümpel bahnen muss.

Aber: Ich war gestern ohne Socken auf dem Roten Platz!

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